„Ich wäre so gerne ein guter Papa, wenn sie mich lassen würde!“

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„Bezahlen muss ich, aber Rechte habe ich keine!“ Das sind die ernüchternden Worte meines Freundes Dirk, seine Kinder betreffend. Ich kenne Dirk seit Jahren und vieles in seinem Leben dreht sich um seine Kinder, zu denen er kaum und mitllerweile keinen Kontakt mehr hat. In dieser Woche hat er Post von seiner 22-jährigen Tochter erhalten, die das Fass zum Überlaufen gebracht hat:

Dirk ist seit 14 Jahren von seiner ersten Frau Bettina getrennt. „Heute würde ich alles anders machen, aber eine zweite Chance bekomme ich wohl nicht“, bedauert er die Art und Weise der Trennung heute. Selbst so viele Jahre nachdem er und seine Frau auseinander gegangen sind, herrscht noch  „kalter Krieg“.

Dass Dirk mit seiner Exfrau keinerlei Kontakt hat, tangiert ihn nicht wirklich. Aber seine Kinder fehlen ihm sehr!

Mit der neuen Beziehung nimmt die Katastrophe ihren Lauf

Ein Jahr nach der Trennung hat Dirk eine Frau mit drei Kindern kennengelernt und ist schon bald zu ihr gezogen. Spätestens ab dem Zeitpunkt wurde es ganz schwierig. Bettina neidet ihm die neue Beziehung und hat furchtbare Angst ihre Kinder an ihren Ex-Mann und seine neue Frau zu verlieren. Dirk erkämpft sich das Recht seine Kinder alle 2 Wochen für das Wochenende abzuholen. Häufig fährt er die 65 km bis zu dem Ort, in dem seine Kinder mit ihrer Mutter jetzt leben. Vor der Tür hört er dann immer öfter, „die Kinder wollen nicht mit dir fahren“, oder „die Kinder fühlen sich nicht gut oder sind krank“. Manchmal hört er diese Nachricht von seinem Ex-Schwiegervater, in dessen Haus Mutter und Kinder wohnen. Wütend und traurig fährt Dirk nach Hause: an diesen Wochenenden zieht sich Dirk zurück, selbst seine Frau und ihre Kinder kommen nicht an ihn ran. Dabei hatten sie schon so tolle, gemeinsame Zeiten alle zusammen: „Jeder der uns zusammen gesehen hat, dachte wir wären eine richtige Familie“, „aus einem Guß“, berichtet Dirk von den Zeiten, als seine Kinder noch regelmäßig kommen durften und gerne gekommen sind.

Dirk berichtet, dass die Wochenenden mit den 5 Kindern schön und harmonisch waren. Nur am Sonntagabend hatten seine Kinder Schwierigkeiten, weil ihre Mama ja nicht wissen sollte, dass die gemeinsame Zeit schön war. Diese Harmonie konnte Bettina wohl nicht gut ertragen!

Immer öfter gibt es unschöne Vorkommnisse. So kommen die Kinder häufig ohne zusätzliche Kleidung, mit der Begründung, dass sie kein Geld habe. „Papa soll euch was kaufen, der hat genug.“ Seine Kinder fühlen sich immer schlechter an den Besuchswochenenden.

Dirk versichert, dass er jeden Cent bezahlt hat, der den Kindern zusteht und ist trotzdem total verzweifelt, weil seine Kinder aus seiner Sicht immer wieder mit Halbwahrheiten „gefüttert“ werden, die ihn in ein schlechtes Licht rücken. Jahrelange Rechtsstreitigkeiten mit seiner Ex-Frau und die Einweihung der Kinder bis ins kleinste Detail der Schriftsätze seiner Anwältin, machen das Verhältnis zu seinen Kindern immer schwieriger. Dirk kämpft- so wie viele Väter- um seine Kinder und hat scheinbar nur Pflichten keine Rechte. Nach 5 Jahren kommt seine Tochter gar nicht mehr zu ihm und sein Sohn nur noch sporadisch.

Ein Papa, der um seine Kinder kämpft

Dirk versucht immer wieder mit Bettina ins Gespräch zu kommen, leider ohne Erfolg, da sie jegliche Gespräche verweigert. Dirk muss zahlen, dass reicht ihr aus. Bettina glaubt im Recht zu sein und aus persönlicher Verletzung heraus, entzieht sie ihren Kindern immer mehr ihren Vater. Dirk bemüht sich um seine Kinder, schreibt oft SMS oder ruft an um mit ihnen in Kontakt zu bleiben. Meistens bekommt er keine Antwort, wenn doch, dann folgerndermaßen:

  • du bist nicht ehrlich zu uns
  • du bezahlst nicht das, was uns zusteht
  • deine neue Familie ist dir viel wichtiger als wir
  • du hast ja doch nie Zeit für uns alleine
  • immer müssen wir machen, was du willst
  • immer fragst du uns aus (diesen Punkt gibt Dirk zu, weil er doch Anteil am Leben seiner Kinder haben will)
  • kein Gruß, kein persönliches Wort

Kinder glauben das, was sie immer wieder hören

Mittlerweile ist Dirk sehr verzweifelt , dass sind nicht die Worte meiner Kinder, sondern das ständige Einreden meiner Ex-Frau und Ex-Schwiegereltern auf die Kinder… und mitlerweile glauben die Kinder schon, was die Mutter ihnen „impft“. „So geht kein anderer Mensch mit mir um, nie ein Gruß oder persönliches Wort.“ Dirk fühlt sich diesem kalten und aus seiner Sicht unfairen Verhalten immer weniger gewachsen. Weiterhin zahlt Dirk jeden Monat den Unterhalt für seine Kinder, Arztrechnungen, Klassenfahrten und Schulsachen, ohne seine Kinder einmal zu sehen oder irgend etwas von ihnen zu erfahren. Mittlerweile ist Dirk sicher, dass die Kinder von seinen Unterhaltszahlungen nichts wissen.

In der Folge erfährt er nichts von Schulabschluss, Ausbildung, oder Studium, wird lediglich vom Anwalt seiner Ex-Frau aufgefordert zu zahlen. Dirks Sohn nabelt sich irgendwann von seiner Mutter ab und kümmert sich selbst um Fortbildung und seinen Lebensunterhalt. Dirk schöpft Hoffnung, den Kontakt wenigstens zu seinem Sohn wieder aufleben lassen zu können. Auch wenn ihm das in Ansätzen gelingt, merkt er schnell, dass es kein Vertrauen mehr zwischen ihnen beiden gibt. Auch bei seinem Sohn kämpft Dirk gegen die Windmühlen von Unwahrheiten, Vertrauensverlust und Loyalität zur Mutter. Seine Tochter jedoch, mitllerweile volljährig, übernimmt das Mandat ihrer Mutter und verklagt ihren Vater mehr Unterhalt zu zahlen.

Das Verhalten seiner Tochter setzt dem Papa sehr zu

Durch Zufall trifft Dirk seine Tochter einmal in der Stadt, als sie ihn bemerkt, wechselt sie die Straßenseite und schaut in die andere Richtung, nur um nicht mit ihrem Vater sprechen zu müssen. „Sie hat ein schlechtes Gewissen“, weiss Dirk und trotzdem setzt ihm das Verhalten seiner Tochter ihm gegenüber sehr zu. „Nur Pflichten zu haben und keine Rechte, ist auf Dauer verletzend und wirklich zermürbend.“

Aufforderung zu Zahlen

Diese Woche hat Dirk Post von seiner Tochter bekommen, mit der Aufforderungen seine Einkommenssituation beim Bafög-Amt offenzulegen mit einem handgeschriebenen Post-it seiner Tochter.

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Das er sein Einkommen offen legen muss, ist nichts Neues und Dirk ist auch weiterhin gewillt jeden Cent zu zahlen, aber die Art und Weise , wie seine Tochter mit ihm umgeht, kann Dirk nicht verstehen und noch weniger gut aushalten.

Aufgrund der Geschichte von Dirk, die ich seit Jahren verfolge, möchte ich an Dich als alleinerziehenden Mama appellieren. Ich verstehe DICH: Trennung und Scheidung tun weh, Alleinerziehen kann hart sein und deinem Ex-Mann seine neue Familie zu gönnen, schier unmöglich. Ja, das kann sein. Vielleicht ist Deine Trennung schlimm verlaufen und eigentlich möchtest Du mit Deinem Ex-Mann garnichts mehr zu tun haben. Musst Du ja auch nicht! Aber DU hast die Verantwortung Deine Kinder zu starken, unabhängigen Erwachsenen zu erziehen… und das am Besten mit der Unterstützung des dazugehörigen Papas. Klär DEINE Themen auf der Erwachsen- und auf der Paarebene, nicht auf dem Rücken DEINER Kinder! Deine Kinder brauchen Mama und Papa (bis auf ganz wenige Ausnahmen vielleicht).

Möglicherweise kennst Du die Situation von Dirks Ex-Frau und pflichtest ihr bei, wenn sie sagt: „Geschieht ihm ganz recht, er hätte ja nicht gehen müssen. Das ist die Strafe dafür, dass er uns im Stich gelassen hat. Wenn er mich nicht will, bekommt er die Kinder auch nicht.“

Man trifft sich zweimal im Leben

Heute kann Dirk sich mit dem Gedanken, dass man sich immer zweimal im Leben trifft, über die schwierige Zeit hinweg trösten. „Vielleicht erkennen meine Kinder irgendwann, dass ich mich wirklich bemüht habe, dass ich jeden Cent bezahlt habe und dass ich sie wirklich über alles liebe.“ Kinder sind uneingeschränkt loyal zu ihren Eltern und zwar zu beiden Elternteilen. Dirks Ex-Frau hat über Jahre, ihren Schmerz, ihre Wut und ihre Trauer über die Trennung genutzt, um mit Hilfe ihrer Kinder Dirk Schmerzen zuzufügen. Dirk ist sich sicher, dass seine Kinder irgendwann den emotinalen Missbrauch an ihnen erkennen werden. Bis dahin würde er nur zu gerne auf der Erwachsenenebene mit seiner Ex-Frau gemeinsam die anliegenden Themen aufarbeiten, wenn sie ihm die Chance dazu einräumen würde.

Soweit die Geschichte aus Dirks Sicht. In der nächsten Woche gehe ich auf die Auswirkungen dieses Verhaltens auf die Kinder ein.

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