Gleicht die Terminplanung deiner Patchworkfamilie auch einem Minenfeld? 5 Tipps die dir die Planung erleichtern

notebook-428292_640

Terminplanung in Patchworkfamilien ist nicht einfach!

Für manches Elternteil einer Patchwork-Familie gleicht die Terminplanung für Weihnachten und den Jahreswechsel einem Spiessrutenlauf und einem Fulltimejob.

Die folgenden 4 Minuten könnten dir und deiner Familie ein entspanntes Weihnachtsfest bescheren.

Letzte Woche war eine total verzweifelte Mutter in meiner Coachingpraxis.

Sabine ist mit Tom verheiratet und hat 2 Töchter aus ihrer ersten Ehe und einen gemeinsamen Sohn mit Tom. Tom hat noch 2 weitere Kinder mit 2 verschiedenen Frauen.

Sabines größtes Problem bei der Weihnachtsterminplanung ist:

Wer aus der Patchworkfamilie verbringt an den Weihnachtstagen wieviel Zeit wann, mit wem und wo?

Allen Familienmitgliedern an Weihnachten gerecht zu werden, ist keine einfache Aufgabe. In einer zusammengewürfelten Familie, wie der von Sabine mit 5 Kindern, 5 Erwachsenen und 5 Großelternpaaren, gleicht die Terminplanung einem Minenfeld.

Sabine und Tom wollen Weihnachten mit Sabines Töchtern und dem gemeinsamen Sohn verbringen. Toms Eltern kommen gerne dazu. Sabines Eltern mögen Tom nicht und boykottieren ein gemeinsames Weihnachtsfest. Das stresst Sabine bereits im Vorfeld und macht es schwer für sie.

Tom möchte gerne seine beiden größeren Kinder sehen und mit ihnen Zeit verbringen, Die Mutter seines ältesten Sohnes ist Französin und verbringt Weihnachten in Frankreich, so dass Tom seinen Sohn zum Fest nicht sehen kann. Das macht es Tom schwer. Jede- wer verbringt wann Zeit mit wem Planung von Sabines Familie- hier zu erläutern führt zu weit, und ist für dich nicht bis ins Detail interessant.

Folgende Punkte sind möglicherweise für DICH wichtig:

1. Wie soll Weihnachten für dich und deine Patchwork-Familie sein?

Neue Familienkonstellationen verlangen neue Lösungen!

Die vertraute Festtagsplanung funktoniert in Patchworkfamilien meist nicht so einfach. Patchworkfamilie bedeutet eine größere Anzahl von Menschen mit verschiedenen Ansprüchen und Vorstellungen, die alle erfüllt werden wollen.

Häufig kommen Unstimmigkeiten und nicht erledigte Beziehungskonflikte dazu, die für Sprengstoff sorgen und eine einvernehmliche Planung nicht vereinfachen.

2. Du musst nicht perfekt sein!

Weihnachten- ein Fest der Besinnung, Ruhe und der Familie… und genau das ist das größte Problem!

Alle wollen ein friedliches, geruhsames Familienfest. Die Termine und Ansprüche so vieler Menschen unter einen Hut zu bekommen, ist das eine. Die Emotionen, die an diesem Fest hängen zu koordinieren, ist meiner Erfahrung nach, die wesentlich größere Herausforderung.

Wir persönlich haben viele Jahre gebraucht, bis wir Weihnachten in unserer Patchworkfamilie auch wirklich genießen konnten.

Davor hatten wir beide häufig das Gefühl, dass wir nicht wirklich allen gerecht werden können. Vor allem mein Mann hat darunter gelitten, dass er seine Kinder an Weihnachten nicht gesehen hat und häufig ein schlechtes Gewissen, diese schöne Zeit mit meinen Kindern zu verbringen.

Meistens war es dann so, dass er sich emotional zurück gezogen hat (ein schlechtes Gewissen kann sich auch in Wut, Ärger oder Stress äußern), um den Loyalitätskonflikt mit seinen Kindern in den Griff zu bekommen. Für uns alle keine einfache Situation.

Erst als wir nicht mehr den Anspruch hatten, allen gerecht werden zu müssen, konnten wir Weihnachten endlich genießen.

3. Du kannst es nicht allen Recht machen!

Versuche besser erst gar nicht, es allen Recht machen zu wollen. Denn neben dem Stress ist eines sicher, DU bleibst auf der Strecke, wenn du ständig deine Bedüfnisse und Wünsche unterdrückst!

Ich persönlich habe es jahrelang vergeblich versucht, weil ich im Glauben gelebt habe, dass es doch irgendwie gehen muss alle zufrieden zu stellen.

So habe ich permanent Zugeständnisse für Andere gemacht, unter der Überschrift: Ich kann doch nicht NEIN sagen. Alle kamen zu ihrem Recht und mir ging es schlecht.

Kommt dir das bekannt vor?

Das ging solange bis mir jemand sagte, dass ich nicht JA sagen könne- und zwar ja zu mir!

Als ich endlich klar war, wie Weihnachten für mich und für uns sein soll, funktionierten Absprachen und Terminvereinbarungen plötzlich leicht.

Einen Versuch ist es wert: Was ist dir wirklich wichtig in Bezug auf Weihnachten und deine Familie?

 

4. Wenn es dir gut geht, geht es deinen Kindern und der ganzen Patchworkfamilie gut!

Du brauchst nichts zu sagen, deine Kinder spüren, wie es dir geht.

Ich habe in der Adventszeit häufig kranke Kinder gehabt. Ja, Winter ist Erkältungszeit, ich weiß das!

Aber das war nicht der alleinige Grund: mein emotionaler Stress hat sich auf meine Kinder übertragen, ständig war eines der Kinder krank. Ich sehe schon die vielen Kopfschüttler die sagen, das hat damit überhaupt nichts zu tun.

Ja, das habe ich auch lange geglaubt!

Bis ich die Erfahrung gemacht habe, dass mein emotionaler Zustand und das Wohlergehen meiner Kinder zusammen hängen. Im folgenden Advent waren meine drei noch kleinen Kinder nicht krank, ich nicht so gestresst und die Weihnachtsabsprache mit meinem Exmann hat endlich reibungslos geklappt.

Deshalb: achte darauf, dass es DIR gut geht!

5. In Lösungen denken

Die Zeit vor Weihnachten ist häufig voll gepackt mit Terminen und Verpflichtungen. Da bleibt wenig Muße zur Besinnung!

Wenn zu dem vielen Muss und Sollte auch noch emotionaler Druck von Seiten der Expartner, Exschwiegereltern oder anderer Familienmitglieder kommt, kann von Vorfreude keine Rede mehr sein.

Wohl dem, der in solch stressigen Zeiten im Wald der Herausforderungen und Probleme Lösungen sehen kann!

So war der Exmann meiner Klientin Sabine sehr glücklich über die Idee, mit seinen Töchtern ein Adventswochenende zusätzlich verbringen zu können. So kann der Papa der Mädchen mit seiner neuen Partnerin über das Fest in Urlaub fliegen. Im Gegenzug bleiben die Kinder über Weihnachten bei ihrer Mama, Tom und dem kleinen Bruder. Das ist für alle Beteiligten eine gute, weniger stressige Lösung. Im nächsten Jahr wird neu „verhandelt“.

Das ist nur eine von vielen, kreativen Lösungen:

Wie sieht deine/ eure Lösung für ein entspanntes Patchwork-Familien-Weihnachtsfest aus?

Ich freue mich, wenn du deine Lösung als Kommentar hinterlässt

Dir und deiner Familie wünsche ich einen entspannten, lösungsorientierten Advent.

Mit herzlichen Grüßen

Martina

10 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Martina!

    Erst einmal möchte ich Dir zu Deinem ersten Blogartikel gratulieren.

    Und jetzt möchte ich auch noch Danke sagen. Denn dieser Artikel hilft auch mir und unserem Pflegekinder-Patchwork.

    Danke!

    Beste Grüße,

    Thomas

    P.S.: Viel Erfolg uns Spaß mit Deinem neuen Blog!

  2. Liebe Martina,
    Glückwunsch zum Blog und gelungenen Artikel, ich freue mich auf mehr von Dir.
    Aus der Sicht der anderen Partei einer Patchworkfamilie hat bei mir der Vorrang, was und wo wünscht sich die Tochter Weihnachten zu verbringen,
    herzlichst Leni

    • Liebe Leni,
      freut mich, dass dir mein Artikel gefällt.
      Ja, die andere Seite kenn ich auch. Ich handhabe das mit meinen Kindern ebenso:
      Wie soll es für euch sein? … und da geht es um die Kinder.
      Das war zu Anfang auch nicht immer leicht für mich.
      Wir sind zusammen an der Aufgabe gewachsen 🙂

      Herzliche Grüße
      Martina

  3. Herzlich willkommen!
    Eine weitere kluge Frau, die sich schwieriger Themen annimmt.
    Ich freue mich über deinen gelungenen ersten Artikel.

    Bei uns „spielen“ die betagten und sehr leicht beleidigten Großeltern auch noch heftig mit.

    Nachdem jetzt alle Kinder „ausgeflogen“ sind, haben wir uns eine andere Lösung zugelegt. Wir öffnen an 3 Tagen einfach ganz weit die Türen und füllen den Kühlschrank 🙂
    Wer kommen mag, Zeit mit uns verbringen möchte, ist herzlich eingeladen.
    Wir sind einfach da. Für alle, die uns gerne haben und sehen wollen.

    Kein Druck mehr, kein „wenigstens an Weihnachten „. Wozu?
    Ehrlichkeit und wirkliches Bedürfnis einander zu sehen ist uns viel wichtiger!

    Ihr vertragt euch untereinander nicht? Sorry, nicht unsere Baustelle!
    Wir lieben und schätzen jeden von Euch.
    Das funktioniert super. Wir waren selbst überrascht.

    Nur die jungen (Enkel- und Paten-) Kinder werden „angemeldet“.
    Zwecks „Christkind“ 🙂
    Ansonsten verschenken wir nur noch unsere Zeit!

    Liebe Grüße
    Helga Blank

    • Liebe Helga,
      danke für deinen tollen Kommentar und dass du euer Haus der offenen Tür mit uns teilst.
      Das ist eine phantastische Idee und sicher für den ein oder anderen eine (leicht) umsetzbare Alternative
      zu dem häufig üblichen „Funktionieren“.
      Herzliche Grüße
      Martina

  4. Tolles Thema. Nach dem ersten stressigen Weihnachtsfest habe ich entschieden: Ich möchte Heiligabend zu Hause bleiben. Auch bei mir steht die Türe offen, ich bitte lediglich darum, mir (in diesem Jahr) bis zum 21.12. Bescheid zu geben. Bei insgesamt sechs Kindern im Alter von 14 bis Mitte 30, zwei Enkelkindern, verschiedenen Müttern und Vätern und Großeltern hat sich das als eine wunderbare entspannte Lösung herausgestellt. Der 25.12. ist bereits durch einen Geburtstag blockiert und den 26.12. verbringe ich gerne alleine oder mit meiner engsten Familie und sehr gerne ganz besinnlich und ruhig.

  5. Seit ich in Patchwork lebe (jetzt das 4. Weihnachten) bin ich nicht mehr so richtig in Weihnachtsstimmung. Meine beiden aus erster Ehe sind jedes 2. Wochenende bei ihrem Vater und meine beiden Stiefkinder jedes 3. WE bei ihrer Mutter. Wir handhaben es seit der Trennung so, dass wir alle Heiligabend zusammen sind, meine Familie vielleicht noch dazu kommt, je nach Bedarf. Meine beiden werden dann am 25.12. von ihrem Vater abgeholt und verbringen die restliche Weihnachtszeit und auch Silvester bei ihm. Meine Stiefkinder werden entweder auch am 25. oder 26. von ihrer Mutter geholt. Dieses Jahr sollen sie bis Neujahr bei ihr bleiben. So haben mein Mann und ich viel Zeit mit unserer gemeinsamen Tochter, der alles komisch vorkommt, wenn alle 4 großen so lange weg sind.
    Diese Regelung wollen wir auch so beibehalten. Vielleicht ist das der Grund, warum bei mir nicht so rechte Stimmung aufkommen will.

    • Liebe Manja,
      ich kann dich gut verstehen. Wenn sich alles verändert müssen wir selbst erst einmal einen neuen Plan davon bekommen,
      wie es sein soll. Naja, den scheint ihr ja zu haben, aber froh scheinst du nicht zu sein.
      Wie soll Weihnachten denn für DICH sein, dass du in Weihnachtsstimmung kommen kannst? Denk jetzt mal einen Moment an dich- wie möchtest DU es haben?
      Und dann schau wie es jetzt ist. Welche kleinen Schrauben kannst du verstellen, das sich Soll und Ist annähern?
      Das geht nicht von jetzt auf gleich. Wir haben Jahre gebraucht.
      Melde dich gerne per PN bei mir, wenn ich DIR weiterhelfen kann.
      Herzliche Grüße
      Martina

Schreibe einen Kommentar